Staffel 5 Episode 5 | 15 Jahre MDG3: Trans*rechte

Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit wird nach wie vor von einem binären Zwei-Geschlechter-System ausgegangen. Mann und Frau. Andere Kategorien sind nicht vorgesehen. Trans*menschen, die Namen oder Personenstand ändern wollen, müssen in Deutschland immer noch ein invasives Gutachter-Verfahren durchlaufen. In dieser Sendung geht’s um Gender und Trans*rechte. Wir beschäftigen uns mit den Fragen: Was hat sich in den letzten Jahren getan? Was muss unbedingt passieren? Wie lebt es sich mit einer non-binären Identität? Welche Diskriminierungen erfahren Trans*menschen?

Staffel 4 Episode 5 | Sexuelle Identität und Entwicklungszusammenarbeit

Weltweit sehen sich Lesben, Schwule, Trans-, Bi- und Intersexuelle –kurz LGBTI – nach wie vor mit Stigmatisierung, Diskriminierung und zum Teil sogar strafrechtlicher Verfolgung konfrontiert. Dieses Thema ist für viele Menschen Anlass, sich zu engagieren.

Wie etwa Alice Nkom, die sich in Kamerun als Anwältin für die Rechte Homosexueller einsetzt. Dort wird der gleichgeschlechtliche Kontakt mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft. Für ihren Einsatz wurde sie im März 2014 in Berlin mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty Deutschland ausgezeichnet.
Oder Elizabeth Khaxas, die lesbischen Frauen in Namibia ein neues Identitätsgefühl vermitteln und die Gewalt gegenüber Frauen in ihrem Land ins Bewusstsein rufen will. Hierzu gestaltete sie zusammen mit dem Solidaritätsdienst International (SODI) eine Foto-Ausstellung mit dem Titel „Wir schaffen unsere eigenen Bild“, in deren Rahmen persönliche Bilder betroffener Frauen ausgestellt wurden. Die Ausstellung war im März und April 2014 in Berlin zu sehen.

Doch nicht nur in den betroffenen Ländern selbst, sondern auch hier bei uns gibt es zahlreiche Gruppierungen, die sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen. Queeramnesty beispielsweise, eine Untergruppe von Amnesty International, unterstützt LGBTI weltweit in ihrem Kampf um Anerkennung und Gleichstellung. Darüber hinaus muss das Thema auch in der Entwicklungszusammenarbeit mitgedacht werden, wie Renate Rampf, Pressesprecherin der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Berlin, betont, um mit Projekten und Hilfeleistungen nicht nur heterosexuelle Menschen zu erreichen, die im allgemeinen Verständnis immer noch oft als das Stereotyp einer normalen Lebensführung angesehen werden.

Jeder Mensch hat das Recht, über seine Lebensweise selbst zu entscheiden – und gerade weil wir das Glück haben, in einem Land zu leben, in dem niemand aufgrund seiner Sexualität strafrechtlich verfolgt wird, können wir uns – auch hier in Berlin – in Ländern engagieren, in denen dies noch nicht so ist.