Staffel 5 Episode 6 | 15 Jahre MDG 4-6: Menschen ohne Papiere und Gesundheit

Gesundheit und Krankheit werden in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich verhandelt. In dieser Sendung haben wir den Sozial- und Kulturanthropologen, Prof. Dr. Hansjörg Dilger, dazu befragt, auf welchen Annahmen unser Gesundheitssystem in Deutschland beruht und welche Ausschlüsse dadurch produziert werden. Manche Menschen, die hier in Deutschland leben, haben gar keinen Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem. Mit Manuel Aßner vom Verein Grenzgänger konnten wir über die Situation von Menschen ohne Papiere, die in Deutschland bisher keinen Anspruch auf eine staatliche Krankenversicherung haben, sprechen. Berat Ergün berichtet aus dem Arbeitsalltag innerhalb der Pflegeeinrichtung Dosteli und den andauernden Kämpfen mit den Behörden um die Finanzierung von Pflegedienstleistungen für Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel.

Staffel 5 Episode 5 | 15 Jahre MDG3: Trans*rechte

Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit wird nach wie vor von einem binären Zwei-Geschlechter-System ausgegangen. Mann und Frau. Andere Kategorien sind nicht vorgesehen. Trans*menschen, die Namen oder Personenstand ändern wollen, müssen in Deutschland immer noch ein invasives Gutachter-Verfahren durchlaufen. In dieser Sendung geht’s um Gender und Trans*rechte. Wir beschäftigen uns mit den Fragen: Was hat sich in den letzten Jahren getan? Was muss unbedingt passieren? Wie lebt es sich mit einer non-binären Identität? Welche Diskriminierungen erfahren Trans*menschen?

Staffel 5 Episode 4 | 15 Jahre MDG7: Ökologische Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein Modebegriff, der in zahlreichen Bereichen der Gesellschaft an Bedeutung gewinnt. Doch was steht eigentlich hinter dem Begriff und birgt sein inflationärer Gebrauch nicht die Gefahr der Verwässerung seiner ursprünglichen Bedeutung?

MDG 7 – Die Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit nimmt verschiedene Aspekte des Umweltschutzes in den Blick. Für die Weiterentwicklung globaler Nachhaltigkeitsziele soll das Konzept in alle Zielvorgaben integriert werden.

Das Leitbild der Nachhaltigkeit hat sich schon heute in vielen Projekten in Berlin und im Umland etabliert. Wir haben uns verschiedene Initiativen angeschaut und unter anderem mit Benny Haerlin gesprochen, der an der Gründung des Projekts 2000m² beteiligt war. 2000m² stünden jedem Menschen auf der Welt zu, wenn man die global verfügbaren 1,4 Milliarden Hektar Ackerfläche durch die Weltbevölkerung teilen würde. Das Projekt veranschaulicht, wie wir diese Fläche nachhaltig bewirtschaften müssten, um einen Menschen gesund und vielfältig zu ernähren.

Auch das selbstverwalteten Tagungshaus Wernsdorf legt Wert auf Nachhaltigkeit. Daniel Ahrenholtz berichtet uns, dass hierbei nicht nur ökologische Nachhaltigkeit eine Rolle spielen sollte, sondern vor allem auch soziale Nachhaltigkeit zu den Grundprinzipien des Projekts gehört.

In Potsdam hat sich das Studium Oecologicum gegründet, um Nachhaltigkeit in den Bereichen des Lebens, der Gesellschaft und der Umwelt zu gestalten. Wir haben mit Nadja Kath, Björn Huwe und Mario Sitte darüber gesprochen, wer den Nachhaltigkeitsdiskurs dominiert.

Staffel 5 Episode 3 | 15 Jahre MDG8: Flucht und Frontex

Derzeit sind weltweit fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht. So viele wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Europas Reaktion? Abschottung und Militarisierung der Grenzen. Das widerspricht ganz eindeutig dem Gedanken internationaler Zusammenarbeit, der mit dem achten Millenniumentwicklungsziel eigentlich Realität werden sollte.

In dieser Folge geht es um das Scheitern der europäischen Grenz- und Asylpolitik und die Festung Europa.Wir waren in Warschau, wo FRONTEX, die europäische Grenzschutzagentur im Mai ihren 10. Geburtstag feierte und haben Aktivist_innen wie Amdou DIOP und Trésor bei Protesten begleitet.

Außerdem haben wir die Grünenpolitikerin Ska Keller interviewt. Sie macht sich im EU-Parlament für eine menschlichere und nachhaltigere Asylpolitik und gegen FRONTEX stark.

Staffel 5 Episode 2 | 15 Jahre MDG2: Bildung in Berlin und weltweit

Das zweite Millenniumentwicklungsziel sollte bis 2015 sicherstellen, dass alle Kinder eine Grundschulbildung vollständig abschließen können. Obwohl die Zahl der Schulkinder gestiegen ist, besuchen weltweit rund 58 Millionen Kinder keine Grundschule.

Obwohl es ein flächendeckendes Bildungsangebot gibt, können auch in Deutschland längst nicht alle Menschen lesen und schreiben. Und das deutsche Bildungssystem hat auch an anderen Stellen großen Nachholbedarf. Nicht alle Deutschen haben den gleichen Zugang zu Bildung. Über dieses sogenannte Gerechtigkeitsdefizit haben wir mit Rainald Manthe von der Initiative „Was bildet ihr uns ein?“ gesprochen.

Saraya Gomis und Daniel Gyamerah sind im außerschulischen Bildungsprojekt „Each One Teach One“ aktiv. Sie machen die Erfahrung, dass in deutschen Schulen ein einseitiges Wissen vermittelt wird, das ausschließlich in der europäischen Geschichte verankert ist. Schüler*innen of Color (also solche, die Rassismuserfahrungen machen) werden dadurch häufig benachteiligt und weiße Kinder wechseln nur selten ihre Perspektive.

Olga Ugrinsky arbeitet an der Karlsgarten-Grundschule in Neukölln. Sie hat uns erklärt, was Schüler*innen zum Lernen brauchen und welche neuen Wege auch im staatlichen Schulsystem gegangen werden.

Staffel 5 Episode 1 | 15 Jahre MDG1: Bekämpfung von extremer Armut und Hunger

Im Jahr 2015 laufen die Millenniumentwicklungsziele der Vereinten Nationen aus. Acht globale Zielsetzungen wurden formuliert zur Bekämpfung von Armut und Hunger sowie zur Stärkung von Gesundheit, ökologischer Nachhaltigkeit und globaler Partnerschaft.

Während die internationalen Akteure bereits die Post-2015-Agend und neue nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) ausarbeiten, schauen wir in der fünften Staffel von „Draufsicht“ darauf, was in den letzten 15 Jahren seit der Millenniumentwicklungserklärung eigentlich erreicht wurde und welche globalen Probleme von den MDG außer Acht gelassen wurden.

In der ersten Folge schauen wir uns MDG 1 „Die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger“ an. Welche Aspekte werden von diesem Ziel abgedeckt und wie ist der Stand der Zielerreichung? Welche globalen Ursachen für Armut und Hunger werden nicht angesprochen?

Um diese Fragen zu klären, haben wir Claus Körting von VENRO besucht, der das Projekt „Deine Stimme gegen Armut“ leitet und die MDG seit zehn Jahren intensiv begleitet. Außerdem haben wir Roland Lauckner und Jana Ongoma Schwerdtfeger vom Solidaritätsdienst International (SODI) in Berlin getroffen, die aus der entwicklungspolitischen Praxis berichten und unmittelbar zur Erreichung der MDG beitragen.

Wir freuen uns, wenn ihr unser Material weiterverwendet unter folgenden Bedingungen:
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