Staffel 4 Episode 9 | Share Economy

Unser Wirtschaftssystem ist in seiner heutigen Ausprägung auf beständiges Wachstum angewiesen. Um das System am Laufen zu halten, müssen jedes Jahr mehr Produkte und Dienstleistungen verkauft werden als im Jahr zuvor. Das kann nur gelingen, wenn Nachfrage und Konsum beständig steigen. Nach dem zweiten Weltkrieg führte das Wirtschaftswachstum wieder zu Wohlstand. Inzwischen hat das Wachstum seine Grenzen erreicht und unser Konsumverhalten führt in Ländern des globalen Südens zu Ausbeutung von Menschen und Ressourcen.
Könnte eine Wirtschaft, die auf Teilen statt auf Besitzen ausgerichtet ist, dem entgegenwirken? Darüber sprechen wir unter anderem mit der Philosophin Barbara Muraca und dem Unternehmer und Share-Economy-Aktivisten Andreas Arnold.

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Staffel 4 Episode 8 | Auf den Spuren des postkolonialen Berlins

Ob im „Afrikanischen Viertel“, in der Mohrenstraße, im Berliner Zoo, oder in Museen: Postkoloniale Spuren sind in Berlin an vielen Orten zu finden. Und doch sind sich viele Menschen in unserer Gesellschaft nicht bewusst über Deutschlands koloniale Vergangenheit und die bis heute sichtbaren Spuren.

„Draufsicht“ begibt sich auf die Suche nach postkolonialen Orten in Berlin. Eine davon ist die Mohrenstraße in Berlin Mitte. Die „Black Community“ fordert schon seit Jahren eine Umbenennung dieser Straße. Der Politikwissenschaftler und Aktivist Joshua Kwesi Aikins und Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) erklären uns die koloniale Bedeutung dieses Straßennamens.

Christian Kopp, Mboro Mnyaka Sururu und Dr. Marie Biloa Onana vom Verein „Berlin Postkolonial“ möchten zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit beitragen. Sie klären uns über die Entstehungsgeschichte des „Afrikanischen Viertels“ auf, in dem bis heute Orte wie die Lüderitzstraße und der Nachtigallplatz existieren, die nach ehemaligen „Entdeckern“ benannt wurden, die im Auftrag des Deutschen Reiches während der Kolonialzeit gemordet und geplündert haben.

Auch das „Humboldtforum“, welches im Zentrum Berlins für etwa 600 Millionen Euro gebaut wird, ist in koloniale Kontinuitäten verwoben. Die hier zukünftig ausgestellten Exponate resultieren zum Großteil aus kolonialen Eroberungen.

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Staffel 4 Episode 6 | Making Of

In dieser Sendung richten wir die Kamera auf uns selbst, um nach vier Staffeln und mehr als 30 veröffentlichten Sendungen die Geschichte und Entwicklung von “Draufsicht” Revue passieren zu lassen. Wir sind bereits einen weiten Weg gegangen: Von der Vorstellung der Millenniumentwicklungsziele über deren Relevanz für uns hier in Berlin bis hin zur Plattform für Projekte und Initiativen, die es uns ermöglichen, zu globalen Themen lokal aktiv zu werden. Und auch weiterhin werden wir uns mit Entwicklungspolitik und Fragen globaler Gerechtigkeit aus verschiedenen Perspektiven auseinandersetzen und hoffentlich noch viele Sendungen produzieren.

Erfahrt mehr über unser Team, unsere Themen und unsere Arbeit. Das entwicklungspolitische Fernsehen zum Mitmachen ist offen für alle jungen Menschen, die sich für aktuelle globale und entwicklungspolitische Themen interessieren und sich gerne bei der Produktion einer Fernsehsendung ausprobieren möchten. Also seid dabei und gestaltet “Draufsicht” gemeinsam mit uns!

Staffel 4 Episode 5 | Sexuelle Identität und Entwicklungszusammenarbeit

Weltweit sehen sich Lesben, Schwule, Trans-, Bi- und Intersexuelle –kurz LGBTI – nach wie vor mit Stigmatisierung, Diskriminierung und zum Teil sogar strafrechtlicher Verfolgung konfrontiert. Dieses Thema ist für viele Menschen Anlass, sich zu engagieren.

Wie etwa Alice Nkom, die sich in Kamerun als Anwältin für die Rechte Homosexueller einsetzt. Dort wird der gleichgeschlechtliche Kontakt mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft. Für ihren Einsatz wurde sie im März 2014 in Berlin mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty Deutschland ausgezeichnet.
Oder Elizabeth Khaxas, die lesbischen Frauen in Namibia ein neues Identitätsgefühl vermitteln und die Gewalt gegenüber Frauen in ihrem Land ins Bewusstsein rufen will. Hierzu gestaltete sie zusammen mit dem Solidaritätsdienst International (SODI) eine Foto-Ausstellung mit dem Titel „Wir schaffen unsere eigenen Bild“, in deren Rahmen persönliche Bilder betroffener Frauen ausgestellt wurden. Die Ausstellung war im März und April 2014 in Berlin zu sehen.

Doch nicht nur in den betroffenen Ländern selbst, sondern auch hier bei uns gibt es zahlreiche Gruppierungen, die sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen. Queeramnesty beispielsweise, eine Untergruppe von Amnesty International, unterstützt LGBTI weltweit in ihrem Kampf um Anerkennung und Gleichstellung. Darüber hinaus muss das Thema auch in der Entwicklungszusammenarbeit mitgedacht werden, wie Renate Rampf, Pressesprecherin der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Berlin, betont, um mit Projekten und Hilfeleistungen nicht nur heterosexuelle Menschen zu erreichen, die im allgemeinen Verständnis immer noch oft als das Stereotyp einer normalen Lebensführung angesehen werden.

Jeder Mensch hat das Recht, über seine Lebensweise selbst zu entscheiden – und gerade weil wir das Glück haben, in einem Land zu leben, in dem niemand aufgrund seiner Sexualität strafrechtlich verfolgt wird, können wir uns – auch hier in Berlin – in Ländern engagieren, in denen dies noch nicht so ist.

Staffel 4 Episode 4 | Inklusion in Berlin und weltweit


Menschen mit Behinderung wurden lange Zeit in der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Konzeption von Bildungs- bzw. Ausbildungsangeboten übersehen. Inklusive Ansätze in diesen Bereichen setzen sich zum Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe von allen Menschen zu ermöglichen. Doch was bedeutet Inklusion eigentlich genau? Wir haben uns dazu auf dem Alexanderplatz in Berlin umgehört.

Gabriele Weigt von „Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit“ (bezev) erklärt uns, wieso Menschen mit Behinderung besonders stark von Armut betroffen sind und was geschehen muss, um Entwicklungszusammenarbeit inklusiv zu gestalten.

Albrecht Schäufele leitet das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk, wo junge Menschen mit Behinderung und speziellem Förderbedarf ihre Berufsausbildung absolvieren und sich, wie Meric Karaduman, beispielsweise in Teilnehmendenvertretungen selbst organisieren. Gemeinsam tragen sie dazu bei, die Potenziale unserer vielfältigen Gesellschaft sichtbarer zu machen.

Staffel 4 Episode 3 | Diskriminierung auf dem Berliner Wohnungsmarkt


Berlin ist im Immobilienrausch. Investoren kaufen, Mieten steigen. Wer eine neue Wohnung sucht, muss mit ungewohnt harter Konkurrenz rechnen. Studierende protestieren gegen den Mangel an Wohnheimen und nicht nur am Kottbusser Tor wehrt man sich gegen Mieterhöhungen. Max Manzey von „Studis gegen hohe Mieten“ erzählt von neuen Protestbündnissen in Zeiten eines überhitzten Marktes.

Wie es denen geht, die sich bei der Wohnungssuche nicht durchsetzen können, darüber reden wir mit Iulia Blaga von Amaro Foro e.V. Sie betreut obdachlose Familien.

Manchmal reicht schon der falsche Name und man bekommt keinen Besichtigungstermin. Kerstin Kühn vom Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bunds Berlin erklärt, wie man sich mithilfe eines „Testings“ gegen unfaire Behandlung wehren kann. Wer Diskriminierung erlebt hat und selber ein Testing durchführen möchte, sollte beim Testanruf einen zweiten Zeugen dabei haben. Idealerweise führt dieser den Anruf durch. Weitere Informationen und Beratungsangebote gibt es auf ADNB.de.

Staffel 4 Episode 2 | Rohstoffgerechtigkeit


Wir gehen der Frage nach, wo das Erdöl im Plastik und die Edelmetalle in unseren Handys herkommen und unter welchen Bedingungen sie im globalen Süden abgebaut werden. Dazu haben wir ein interaktives Aktionstheater begleitet und mit Claudia Tatchum-Kaiser sowie Dr. Remadji Hoinathy von der AG Tschad über die Folgen des Baus einer Erdölpipeline im Tschad gesprochen. Michael Reckordt von PowerShift berichtet davon, welche Forderungen der Arbeitskreis Rohstoffe hier in Deutschland an die Politik stellt und wie sich Engagierte in Berlin für weltweite Rohstoffgerechtigkeit einsetzen können.